Nach Informationen der Financial Times Deutschland will die Deutsche
Bank die Mehrheit an der Gerling NCM Credit und Finance AG übernehmen,
der zweitgrößten Kreditversicherungsgruppe der Welt.
Nach Informationen dieser Zeitung verhandelt die Bank, die selbst mit
34,5 Prozent am Gerling-Konzern beteiligt ist, mit dessen Mehrheitsaktionär
Rolf Gerling und dem Konzernmanagement. Deutsche Bank und Gerling nahmen
zunächst nicht Stellung.
Mit rund 1,1 Mrd. Euro Umsatz ist die Gerling NCM Credit und Finance
AG Weltmarktzweiter hinter der zu 59,3% zur Allianz gehörenden AGF-Tochter
(64,86%) Euler & Hermes.
Die Kreditsparte zählt im Hause Gerling zu den "Perlen" und dürfte auch
für Dritte interessant sein. Die Liquidität, die ein Verkauf von Gerling
NCM in die Kasse der Gerling Versicherungs-Beteiligungs-AG und der von
Rolf Gerling spülen würde, wird dringend benötigt, da nun auch der schon
sicher geglaubte Verkauf der Gerling Rückversicherungs-Gruppe an den ehemaligen
Rückversicherungsmanager Achim Kann und dessen "Lago Achte" die Rückabwicklung
droht, falls sich unzufriedene Erstversicherungskunden juristisch gegen
den Verkauf durchsetzen.
Auch die deutsche Finanzaufsicht BAFin ist alarmiert und macht eine Anteilseignerkontrolle.
Dabei geht es um die Zuverlässigkeit des neuen Eigners und um seine finanziellen
Möglichkeiten im Hinblick auf die übernommenen Risiken. Die BAFin will
hier bis März entscheiden.
Eine Eigenkapitalerhöhung über Zufluss liquider Mittel der Aktionäre
wäre wohl nötig, wenn der Verkauf fehlschlagen würde.